Einsatzplaner: Risiko vor dem Ergebnis festlegen
Planen Sie Flat Stake oder reduziertes Kelly. Das Werkzeug hilft beim Begrenzen von Einsatzrisiko – es macht aus einer schlechten Wette keine gute.
Ein Einsatz, der eine Verlustserie überlebt
Für Einsteiger ist Flat Stake nachvollziehbarer. Kelly reagiert empfindlich auf falsch geschätzte Wahrscheinlichkeiten und wird hier maximal zu einem Viertel angewendet.
Flat Stake
Jede qualifizierende Wette erhält denselben Prozentsatz der aktuellen Bankroll. Ein Prozent ist keine magische Zahl, macht aber Resultate vergleichbar und verhindert extreme Ausschläge durch spontane Überzeugung.
Reduziertes Kelly
Kelly berechnet den theoretisch wachstumsoptimalen Anteil aus Quote und fairer Wahrscheinlichkeit. Weil private Schätzungen unsicher sind, zeigt das Werkzeug nur ein Viertel des vollen Wertes und begrenzt den Einsatz zusätzlich.
Die Kelly-Formel verständlich
Für Dezimalquoten gilt vereinfacht: Kelly-Anteil = ((Quote − 1) × Wahrscheinlichkeit − Gegenwahrscheinlichkeit) / (Quote − 1). Bei Quote 2,05 und 52 Prozent ergibt das volle Modell rund 6,29 Prozent der Bankroll. Viertel-Kelly reduziert diesen Wert auf etwa 1,57 Prozent.
Der rechnerische Anteil ist kein Sicherheitsversprechen. Sinkt die tatsächliche Gewinnwahrscheinlichkeit nur wenige Prozentpunkte, kann die vermeintliche Kante verschwinden. Der Einsatzplaner begrenzt Viertel-Kelly deshalb zusätzlich auf drei Prozent der Bankroll.
Bankroll nach jedem Ergebnis anpassen
Prozentuale Modelle beziehen sich auf die aktuelle, nicht auf die ursprüngliche Bankroll. Nach Verlusten sinkt der absolute Einsatz automatisch; nach Gewinnen steigt er langsam. Wer einen festen Eurobetrag trotz stark geschrumpfter Bankroll beibehält, erhöht unbemerkt sein relatives Risiko.
Warum Progressionssysteme nicht helfen
Martingale und ähnliche Systeme erhöhen den Einsatz nach Verlusten. Sie verändern weder die Wahrscheinlichkeit noch die angebotene Quote. Eine normale Verlustserie kann dadurch sehr schnell einen großen Teil des Kapitals beanspruchen oder an Einsatzlimits scheitern.
Dokumentation vor dem Einsatz
- Separate Bankroll und maximaler Tagesverlust stehen vorab fest.
- Faire Wahrscheinlichkeit und Mindestquote werden vor der Buchmacherquote notiert.
- Der Einsatz folgt dem gewählten Modell, nicht der emotionalen Sicherheit.
- Nach Erreichen des Limits endet die Sitzung ohne Ausnahme.
Sie muss vollständig getrennt von Miete, Rücklagen, Schulden und Alltagsausgaben sein. Wer Verluste ausgleichen muss, sollte nicht weiterwetten.