Quotenrechner: vom Preis zur Wahrscheinlichkeit
Rechnen Sie Dezimalquoten in implizite Wahrscheinlichkeiten um und prüfen Sie den Erwartungswert Ihrer eigenen Schätzung. Alle Berechnungen laufen lokal im Browser.
Quote in echte Wahrscheinlichkeit übersetzen
Eine Dezimalquote ist kein Versprechen, sondern eine implizite Wahrscheinlichkeit inklusive Buchmacher-Marge. Der Rechner zeigt den Rohwert und Ihren erwarteten Wert.
Formel & Methodik ansehen →Formel für implizite Wahrscheinlichkeit
Implizite Wahrscheinlichkeit = 1 / Dezimalquote × 100. Eine Quote von 2,00 entspricht 50 Prozent, 1,50 entspricht 66,67 Prozent und 3,00 entspricht 33,33 Prozent. Der Wert enthält bei einem Buchmacher normalerweise einen Anteil der Marge.
Erwartungswert einer Wette
EV = (faire Wahrscheinlichkeit × Quote − 1) × Einsatz. Schätzen Sie ein Ereignis auf 50 Prozent und erhalten Quote 2,10, ist der theoretische EV bei 100 Euro Einsatz plus fünf Euro. Die Rechnung ist nur so gut wie Ihre Wahrscheinlichkeitsschätzung.
Buchmacher-Marge in einem vollständigen Markt
Addieren Sie die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller gegenseitig ausschließenden Ausgänge. Liegt die Summe bei 106 Prozent, beträgt die Überrundung sechs Prozent. Für faire Wahrscheinlichkeiten teilen Sie jeden Einzelwert durch die Gesamtsumme.
Beispiel: 1X2-Markt ohne Marge normalisieren
Angenommen, die Quoten lauten 2,10 für Heimsieg, 3,40 für Remis und 3,30 für Auswärtssieg. Die Rohwahrscheinlichkeiten betragen rund 47,62, 29,41 und 30,30 Prozent. Zusammen ergeben sie 107,33 Prozent. Durch Division jedes Einzelwerts durch 107,33 entstehen normalisierte Marktannahmen von etwa 44,37, 27,40 und 28,23 Prozent.
Diese Normalisierung zeigt, welche Verteilung im Markt steckt. Sie beweist nicht, dass der Markt richtig liegt. Für eine Value-Entscheidung benötigen Sie eine unabhängig erstellte Schätzung, die nachweislich besser kalibriert ist.
Typische Fehler beim Quotenvergleich
- Bruttoquoten vergleichen, obwohl Anbieter die Wettsteuer unterschiedlich behandeln.
- Eine Quote nach dem Ergebnis bewerten, statt den Preis zum Entscheidungszeitpunkt zu speichern.
- Live- und Pre-Match-Quoten ohne identischen Marktstatus gegenüberstellen.
- Eine geschätzte Wahrscheinlichkeit nachträglich an die angebotene Quote anpassen.
Ein positiver theoretischer Erwartungswert garantiert kein positives Ergebnis. Varianz kann auch bei guter Schätzung über lange Zeiträume dominieren.